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Einrichter Langdreher und Mehrspindler: Jobs auf dem Heuberg

Was Einrichter für Langdreh- und Mehrspindelmaschinen rund um Gosheim, Bubsheim und Spaichingen tun, was sie können sollten und wie der Einstieg gelingt.

Stand: Oktober 2026 · von Marc Marschner, CEO · Leiter Personal

Wer als Einrichter für Langdreh- oder Mehrspindelmaschinen arbeitet, hat auf dem Heuberg und im Raum Spaichingen eine gefragte Spezialisierung. Dieser Ratgeber erklärt, welche Maschinen dahinterstecken, was im Arbeitsalltag zählt und wie Sie den Einstieg oder den nächsten Schritt schaffen – auch als Quereinsteiger aus der klassischen CNC-Drehtechnik.

Warum ist der Heuberg ein Zentrum der Drehtechnik?

Rund um Gosheim, Bubsheim, Königsheim, Böttingen und Spaichingen hat die Fertigung von Drehteilen eine lange Tradition. Viele, oft familiengeführte Betriebe stellen dort Präzisionsteile in großen Stückzahlen her – für Medizintechnik, Automobilzulieferer, Elektrotechnik oder den Maschinenbau.

Die Nähe zu Tuttlingen mit seiner Medizintechnik und zu Rottweil und Villingen-Schwenningen sorgt dafür, dass Know-how in der Drehtechnik in der Region sehr gefragt ist. In unseren Gesprächen mit Unternehmen erleben wir immer wieder: Gute Einrichter für Automaten gehören zu den Positionen, die am schwersten zu besetzen sind.

Was ist der Unterschied zwischen Langdreher und Mehrspindler?

Beide Maschinentypen sind auf die wirtschaftliche Serienfertigung von Drehteilen ausgelegt, funktionieren aber unterschiedlich.

Langdrehautomaten

Beim Langdreher (auch Swiss-Type) wird das Stangenmaterial durch eine Führungsbuchse geschoben, während das Werkzeug nahe an dieser Führung arbeitet. So lassen sich lange, schlanke und sehr präzise Teile fertigen – typisch etwa für Knochenschrauben, Implantate, Steckerkontakte oder Wellen. Moderne Langdreher sind CNC-gesteuert, haben oft Haupt- und Gegenspindel und angetriebene Werkzeuge für Bohr- und Fräsoperationen.

Mehrspindeldrehautomaten

Beim Mehrspindler laufen mehrere Spindeln gleichzeitig; das Werkstück wandert von Station zu Station, und an jeder Position wird ein anderer Bearbeitungsschritt ausgeführt. Damit lassen sich sehr hohe Stückzahlen in kurzer Zeit herstellen. Es gibt klassische kurvengesteuerte Maschinen und CNC-gesteuerte Mehrspindler – in vielen Betrieben stehen beide Varianten nebeneinander.

Für Sie als Bewerber heißt das: Die Grundlagen der Zerspanung sind dieselben, aber Denkweise und Einrichtpraxis unterscheiden sich deutlich. Wer beides beherrscht, ist besonders gefragt.

Welche Aufgaben hat ein Einrichter für Automaten?

Der Einrichter sorgt dafür, dass eine Maschine ein neues Teil zuverlässig und maßhaltig fertigt – und dass sie das auch über viele Stunden tut. Typische Aufgaben sind:

  • Maschine nach Zeichnung und Arbeitsplan rüsten: Spannmittel, Führungsbuchse, Werkzeuge, Stangenlader
  • Programme einlesen, anpassen oder selbst erstellen (bei CNC-Maschinen)
  • Kurvenscheiben und Steuerungselemente einstellen (bei kurvengesteuerten Mehrspindlern)
  • Erstteil fertigen, messen und Korrekturen vornehmen
  • Prozess optimieren: Taktzeit, Werkzeugstandzeit, Spanbruch, Oberflächengüte
  • Maschinenbediener einweisen und bei Störungen unterstützen
  • Kleinere Wartungsarbeiten und Fehlersuche

In vielen Betrieben betreut ein Einrichter mehrere Maschinen gleichzeitig. Dabei ist neben Technik auch Organisation gefragt: Welche Maschine braucht wann einen Auftragswechsel, wo droht ein Werkzeugbruch?

Welche Qualifikationen werden erwartet?

Der klassische Weg führt über eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker, vorzugsweise in der Fachrichtung Drehtechnik, oder als Industriemechaniker mit Erfahrung in der Fertigung. Danach kommt es vor allem auf praktische Erfahrung an.

Worauf Unternehmen in unseren Gesprächen besonders achten:

  • Erfahrung mit konkreten Maschinen und Steuerungen – verbreitet sind etwa Fanuc-basierte Steuerungen bei Langdrehern
  • Sicheres Lesen technischer Zeichnungen, inklusive Form- und Lagetoleranzen
  • Umgang mit Messmitteln, vom Bügelmessschraube bis zum optischen Messgerät
  • Verständnis für Werkstoffe wie Edelstahl, Titan, Messing oder Kunststoffe
  • Bereitschaft zur Schichtarbeit, die bei Automaten häufig dazugehört

Weiterbildungen zum Techniker oder Industriemeister können später den Weg in Schichtleitung, Fertigungsplanung oder Produktionsleitung öffnen.

Kann ich als CNC-Dreher auf Langdreher oder Mehrspindler umsteigen?

Ja, und das ist ein häufiger Weg. Wer an CNC-Drehmaschinen sicher einrichtet und programmiert, bringt viele Grundlagen mit. Neu sind vor allem die Arbeit mit Führungsbuchse und Gegenspindel, die synchrone Bearbeitung und das Denken in sehr kurzen Taktzeiten.

Viele Betriebe auf dem Heuberg arbeiten neue Mitarbeiter intern ein, oft gemeinsam mit erfahrenen Einrichtern oder über Schulungen beim Maschinenhersteller. Fragen Sie im Gespräch gezielt nach, wie die Einarbeitung aussieht und wie lange sie dauert.

Auch Maschinenbediener steigen nicht selten zum Einrichter auf. Wer schon an Automaten arbeitet, kennt Abläufe und Teile – und kann sich mit Lernbereitschaft und Unterstützung des Betriebs Schritt für Schritt Rüst- und Programmieraufgaben erarbeiten.

Wie bewerbe ich mich am besten?

In der Drehtechnik zählt Ihre Praxis mehr als ein ausgefeiltes Anschreiben. Machen Sie in Ihrem Lebenslauf deutlich:

  • welche Maschinen (Hersteller, Typ, Anzahl der Achsen) Sie eingerichtet haben
  • welche Steuerungen Sie programmieren können
  • welche Werkstoffe und Teilearten Sie gefertigt haben
  • welche Toleranzen und Stückzahlen üblich waren
  • ob Sie Verantwortung für mehrere Maschinen oder Mitarbeiter hatten

Wenn Sie Ihren Lebenslauf überarbeiten möchten, helfen Ihnen unsere kostenlosen Bewerbertools, etwa der Lebenslauf-Generator oder der Job-Match.

Da viele Betriebe auf dem Heuberg eher klein und bodenständig sind, lohnt sich oft ein direkter Kontakt. Ein Vorteil einer Personalberatung: Wir kennen viele Unternehmen in der Region persönlich und wissen, wo gerade gesucht wird – auch bei Stellen, die nicht öffentlich ausgeschrieben sind.

Worauf sollte ich bei der Wahl des Arbeitgebers achten?

Neben dem Gehalt lohnt der Blick auf weitere Punkte:

  • Maschinenpark: Wie modern sind die Maschinen, welche Hersteller?
  • Schichtmodell und Zuschläge
  • Einarbeitung und Weiterbildung, etwa Herstellerschulungen
  • Teilespektrum: Medizintechnik stellt andere Anforderungen als Großserien für die Industrie
  • Entwicklungsmöglichkeiten Richtung Programmierung, Schichtleitung oder Fertigungsplanung
  • Fahrtweg: Gosheim, Bubsheim, Königsheim und Spaichingen liegen nah beieinander, ein Wechsel muss also nicht mit einem Umzug verbunden sein

Ihr nächster Schritt

Sie richten Langdreher oder Mehrspindler ein oder wollen dorthin wechseln? Werfen Sie einen Blick auf unsere offenen Stellen mit Umkreissuche. Wenn nichts Passendes dabei ist, senden Sie uns eine Initiativbewerbung in zwei Minuten – ohne Anschreiben. Für Sie ist unsere Vermittlung kostenlos, und Ihre Unterlagen gehen nur mit Ihrer Zustimmung an Unternehmen. Weitere Antworten finden Sie in unseren häufigen Fragen.

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